Bürger sichern Krankenhaus die Zukunft

Bürger sichern Krankenhaus die Zukunft
Förderverein übergab in Mitgliederversammlung weitere Spende – Insgesamt imposante 673.100 Euro gespendet
20.11.2018, 06:00 Uhr Rüdiger Busch RNZ

Mit den am Sonntag überreichten 10 000 Euro hat der Freundes- und Förderkreis bereits 70 000 Euro für den seit September laufenden Krankenhaus-Umbau gespendet. Darüber freuten sich (v. l.) Verwaltungsleiter Ludwig Schön, das Vorstandstrio Tobias Künzig, Brigitte Scheuermann und Fritz-Peter Schwarz sowie der Vorsitzende des Krankenhausverbandes Hardheim-Walldürn, Bürgermeister Volker Rohm. Foto: Rüdiger Busch

Der Freundes- und Förderkreis „Unser Krankenhaus“ ist eine der größten Bürgerinitiativen in der Region – vielleicht sogar die größte. Sein Erfolg ist jedenfalls einzigartig, ein schlagkräftiger Beweis dafür, wie wichtig den Hardheimern ihr Krankenhaus ist. Dies wurde einmal mehr in der Mitgliederversammlung des Fördervereins am Sonntagabend in der Erftalhalle deutlich. Das Hardheimer Krankenhaus ist ein Paradebeispiel dafür, dass eine solche kleine Einrichtung – entgegen aller politischen Intentionen – auch im ländlichen Raum überleben kann, wenn die Bürger sich dafür stark machen.
„Wir möchten dieses Leuchtturmprojekt zum Wohl der Menschen in der Region und der künftigen Generationen erhalten, sichern und ausbauen“, sagte Bürgermeister Volker Rohm am Sonntag in der Mitgliederversammlung des Freundes- und Förderkreises „Unser Krankenhaus“ beim Blick auf die umfangreichen Baumaßnahmen am Haus. Im Detail stellte anschließend Verwaltungsleiter Ludwig Schön
Die große Zahl von Besuchern wertete der stellvertretende Vorsitzende Tobias Künzig als Zeichen des großen Interesses am Verein und am Krankenhaus. Das Gedenken an die 17 verstorbenen Mitglieder nahm Vorsitzender Fritz-Peter Schwarz zum Anlass, den verstorbenen Ehrenvorsitzenden und Ehrenbürger Hubert Eirich als „Mitbegründer, Freund, Gönner und großzügigen Förderer“ des Freundeskreises zu würdigen. „Von Anfang an war er bereit, an vorderster Stelle dieser Bürgerinitiative mitzuwirken.“ Als Vorsitzender und Nachfolger von Dr. Jürgen Frank habe Eirich mit seinem guten Namen, mit Weitblick sowie seiner sozialen und menschlichen Art den Förderverein und damit die Entwicklung des Krankenhauses maßgeblich mitgeprägt.
Sehr erfolgreich verlief wieder die Kooperation Schule-Krankenhaus-Förderverein, die dazu beitragen soll, den jungen Leuten die Scheu vor dem Krankenhaus zu nehmen, und sie zu informieren, welches medizinische Leistungsspektrum dort angeboten wird. Zu den weiteren Aktivitäten des abgelaufenen Vereinsjahres gehörten laut Schwarz der obligatorische Lebkuchenverkauf beim Weihnachtsmarkt sowie der Stand beim Sommerfest mit einer Gewinnaktion, Mitgliederwerbung, Vorführungen am Defibrillator und Spendenübergabe.
Erfolgreich fortgesetzt wurden die Arztvorträge zur Gesundheitsvorsorge in Hardheim und Umgebung – deren Zahl inzwischen auf 78 angestiegen ist mit insgesamt 4890 Besuchern. Die Patientenbroschüre „Wir sind für Sie da“ erschien inzwischen in achter Auflage, das entspricht 24.000 Stück.
Neben der Fortsetzung der genannten Aktivitäten soll 2019 das Zusammenwirken mit anderen Vereinen, vor allem mit „Dienst am Nächsten“, forciert werden. Vorstandsmitglied Elmar Günther und seine Frau verkörpern in dieser Kampagne das Ritterpaar der FG „Hordemer Wölf“, wozu Schwarz ihnen gratulierte.
Die Eckdaten der Bürgerinitiative sprechen für sich: Die Zahl der Mitglieder ist von 411 im Gründungsjahr 2002 auf 1154 angestiegen. Das Beitragsaufkommen betrug 17.622 Euro, die Spendeneinnahmen 23.309 Euro. Beim Weihnachtsmarkt wurde ein Gewinn von 480 Euro erzielt, wie Kassenwart Roland Reinhard bekanntgab. Die Kassenprüfer Lars Ederer und Hans-Joachim Laub bescheinigten einwandfreie Buchführung.
Durch eine neuerliche Spendenübergabe in Höhe von 10.000 Euro an das Krankenhaus, vertreten durch Verbandsvorsitzenden Volker Rohm und Verwaltungsleiter Ludwig Schön, wurde die Spendensumme in diesem Jahr auf 40.000 Euro erhöht. Insgesamt hat der Förderverein somit in den zurückliegenden 16 Jahren imposante 673.100 Euro an das Krankenhaus gespendet. Von der zugesagten Investitionsbeihilfe für die Krankenhauserweiterung in Höhe von 200.000 Euro sind bereits 70.000 Euro abbezahlt. „Eine beachtliche Leistung“, wie Bürgermeister Rohm konstatierte.
„Mit den Mitgliedsbeiträgen alleine könnte das nicht geleistet werden, was wir leisten“, leitete Schwarz zum Dank an alle Spender über. „Jede auch noch so kleine Gabe hilft.“ Erst jüngst habe die Frauengemeinschaft den Erlös aus dem Verkauf von Kaffee und Kuchen bei den Märkten in Höhe von 1500 Euro dem Förderverein übergeben. Hubert und Rosemarie Eirich hatten erneut die Kosten für die Patientenbroschüre übernommen. Auch die Geldspenden zu Eirichs Beerdigung ließ die Familie dem Förderverein zukommen, deren Engagement und Verbundenheit zum Krankenhaus auch Bürgermeister Rohm würdigte.
In den Mittelpunkt seiner Ansprache stellte Rohm sowohl die Erweiterung des ärztlich-medizinischen Spektrums als auch die Erweiterung der Räumlichkeiten.
Schließlich stellte Tobias Künzig die neue Homepage des Krankenhaus-Fördervereins vor. Mit einem Präsent wurde dem Internetbeauftragten Klaus Rubel gedankt, der die Homepage ehrenamtlich erstellt hat und sie betreut.
„Es gilt, dranzubleiben“, schloss Fritz-Peter Schwarz die Versammlung. „Die Politiker wollen Krankenhäuser mit weniger als 500 Betten schließen. Kleine Häuser auf dem Land seien nicht überlebensfähig, meinen sie. Hardheim ist ein gutes Beispiel dafür, dass es auch anders geht. Unser Haus hat Zukunft.“

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