Hubert Eirich ist tot

Hubert Eirich ist tot
Unternehmer starb im Alter von 83 Jahren – Sein Lebenswerk überdauert

Rhein-Neckar-Zeitung  vom 24.10.2018, 06:00 Uhr

Hubert Eirich ist tot. Der Seniorchef der Maschinenfabrik Gustav Eirich hat sich in Hardheim und in der Region bleibende Verdienste erworben. Foto: Rüdiger Busch

Hardheim. (rüb) Er war ein Unternehmer vom alten Schlag, ein Geschäftsmann, für den seine gesellschaftliche Verantwortung kein Lippenbekenntnis, sondern Verpflichtung und Selbstverständlichkeit zugleich waren, eine Persönlichkeit, die in bewährten Traditionen fest verwurzelt war, aber gleichzeitig immer aufgeschlossen für Innovationen und die Herausforderungen der Moderne. Am Montag ist Hubert Eirich im Alter von 83 Jahren gestorben.
Der Seniorchef der Maschinenfabrik Gustav Eirich war Träger des Bundesverdienstkreuzes, Hardheimer Ehrenbürger, Ehrenpräsident der Industrie- und Handelskammer Rhein-Neckar (IHK) und Ehrensenator der Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg.
Alle seine Verdienste aufzuzählen, würde den Rahmen sprengen. Es wäre auch nicht im Sinne des Verstorbenen, der Bescheidenheit vorlebte und sich selbst nie in den Vordergrund rückte. Auf jeden Fall herauszustellen ist aber die Tatsache, dass Hubert Eirich über fünf Jahrzehnte lang die beeindruckende Entwicklung des Familienunternehmens, das heute in zwölf Ländern vertreten ist und weltweit mehr als 1200 Mitarbeiter beschäftigt, maßgeblich mitgeprägt hat.
Dass Hubert Eirich einmal diesen Weg gehen würde, war lange nicht klar. Als Sohn des dortigen Bürgermeisters wurde er am 18. Januar 1935 in Gaggenau geboren. Das familieneigene Unternehmen war ihm von Aufenthalten in Hardheim zwar gut bekannt. Doch die Weichen für die Unternehmerlaufbahn wurden später gestellt: Nach dem Abitur studierte er Maschinenbau an der Technischen Hochschule in Karlsruhe.
Als sich der Diplom-Ingenieur 1963 in die Wissenschaft vertiefen und seine Promotion anstreben wollte, ereilte ihn der Ruf der Familie. Ihm wurde angeboten, in die 1863 vom Urgroßvater gegründete Maschinenfabrik einzutreten, und so zog es ihn in die Heimat seiner Mutter.
Zusammen mit seinen Vettern Paul und Walter leitete Hubert Eirich ab 1968 als geschäftsführender Gesellschafter den Familienbetrieb und führte Eirich in seinem Marktsegment Mischtechnik und Anlagenbau in die Weltspitze. Die Zahl der Beschäftigten in Hardheim und weltweit wuchs stetig an. Trotz der internationalen Ausrichtung war das Bekenntnis zum Standort und zur Region für den Verstorbenen immer eine Herzensangelegenheit – ebenso wie die besondere Verantwortung eines Unternehmers für die Mitarbeiter und deren Familien.
Besonderes Engagement brachte Eirich auch in der IHK Rhein-Neckar ein. Nach dem Unfalltod seines Vorgängers Klaus Fleck wurde er als damaliger Stellvertreter 1995 gefragt, ob er das Amt des Präsidenten übernehme. Bis 2005 setzte er in dieser Funktion wertvolle Impulse für die regionale Wirtschaft. Daneben brachte sich Hubert Eirich im Hochschulrat der Dualen Hochschule in Mosbach ein, er war ehrenamtlicher Handelsrichter beim Mosbacher Amtsgericht und Mitglied im Vorstand des Deutschen Industrie- und Handelskammertags.
Seine besondere Verbundenheit mit Hardheim zeigte sich in der Unterstützung zahlreicher örtlicher Institutionen und Vereine wie Feuerwehr, DRK oder Handballabteilung. Sein Einsatz für den Erhalt des Hardheimer Krankenhauses war von unschätzbarem Wert: Seit der Gründung des Förderkreises „Unser Krankenhaus“ stand er mit seiner Persönlichkeit und seiner Ausstrahlung für die hehren Ziele des Vereins – zunächst über Jahre als stellvertretender Vorsitzender und von 2011 bis 2016 als Mann an der Spitze.
Nach seinem Ausscheiden wurde er zum Ehrenvorsitzenden des mehr als 1000 Mitglieder starken Fördervereins ernannt. Hubert Eirichs selbstloser Einsatz für das Allgemeinwohl wurde vielfach gewürdigt: Die Gemeinde Hardheim zeichnete ihn 2004 mit der Ehrenbürgerwürde aus.
Das Lebenswerk des Verstorbenen ist beeindruckend. Trotz der imposanten Liste beruflicher Erfolge stand für ihn aber außer Frage, was das Wichtigste im Leben ist: „Die Familie steht immer an erster Stelle“, hatte er anlässlich seines 80. Geburtstags vor drei Jahren im Gespräch mit der RNZ herausgestellt. Hardheim hat nicht nur seinen Ehrenbürger verloren, die Familie – Ehefrau Rosemarie, die drei Kinder und die Enkelkinder – trauert um einen geliebten Menschen.

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