WEITERER ARZTVORTRAG IN HARDHEIM MIT DR. ALBRECHT ROTTMANN

HARDHEIM
KRANKENHAUS-FÖRDERVEREIN WEITERER ARZTVORTRAG IN HARDHEIM MIT DR. ALBRECHT ROTTMANN
Gegen Sodbrennen kann man in den meisten Fällen selbst vorbeugen
08. November 2018 Autor: ad

HARDHEIM. Millionen kennen und fürchten das lästige „saure Aufstoßen“, besser unter dem Namen „Sodbrennen“ bekannt. Im nunmehr 78. Informationsvortrag des Freundes- und Förderkreises „Unser Krankenhaus“ ging Internist und Gastroenterologe Dr. Albrecht Rottmann am Dienstag im voll besetzten Pfarrheim auf die Volkskrankheit und die Facetten der Refluxkrankheit ein.
Nach der Begrüßung durch den Vorsitzenden Fritz-Peter Schwarz stieg der Referent in das Thema ein und schilderte zunächst den anatomischen Aufbau des menschlichen Verdauungssystems. Die Speiseröhre als Zentrum des Sodbrennens misst zwischen Brustbereich und Kehlkopf 18 bis 25 Zentimeter und ist zwei bis drei Zentimeter dick. Bei der Refluxkrankheit unterscheide man drei Variationen: Der gastroösophagele Reflux als Rückfluss von Mageninhalt gilt wie der physiologisch bedingte, etwa nach dem Genuss von Wein oder fettem Essen bemerkbare Reflux, nicht als Krankheit. Problematischer sei indes die gastroösophagele Refluxkrankheit, die eine tatsächliche Beeinträchtigung der Lebensqualität und gesundheitliche Risiken mit sich bringe. So können sich Barrett-Schleimhäute entwickeln, die in seltenen Fällen sogar zu Krebs führen.
„Karzinome sind selten, doch sollten sich Betroffene frühzeitig behandeln lassen und regelmäßig zur Kontrolle gehen“, erklärte Rottmann. Allerdings solle man nicht in Panik geraten: Immerhin habe so gut wie jeder zu gegebener Zeit mit Refluxproblemen zu kämpfen: „Ein Schluck geht immer mal nach oben“, schilderte Rottmann.
Als Symptome führte er Sodbrennen, Druckgefühle hinter dem Brustbein, Heiserkeit, Luftaufstoßen, Schluckbeschwerden, Blutarmut, Schlafstörungen oder Zahnschmelzprobleme an. Das Spektrum der Ursachen reiche von einer nicht mehr bündig schließenden unteren Speiseröhre als Primärursache bis hin zu sekundären Auslösern wie Schwangerschaft, Übergewicht, Magenausgangsverengungen oder auch einem ungesunden Lebenswandel mit ausgiebigen und spät eingenommenen Mahlzeiten.
„Nicht zu unterschätzende Risikofaktoren sind auch Alkohol und Tabak“, fügte der Arzt an und ließ wissen, dass typische Symptome durch Bücken, Pressen, das Heben schwerer Gegenstände oder bestimmte Nahrungs- sowie Arzneimittel verstärkt werden.
„Manches davon kann man als Betroffener vermeiden, um sich selbst zu helfen“, empfahl er. Als mögliche Folgeerkrankungen nannte er Lungenentzündungen oder Embolien, Brustschmerzen, Herzinfarkte, Gallen- oder Magenerkrankungen sowie Depressionen.
Allerdings könne man durch rasches Entgegenwirken vieles steuern: „Die konservative Behandlungsweise ist oft sehr hilfreich“, merkte Rottmann an. Wer auf Nikotin, bestimmte Speisen, süße oder alkoholische Getränke verzichtet, mit erhöhtem Oberkörper schläft und auf sehr enge Kleidung verzichtet, könne die Problematik in den Griff bekommen. „Medikamente helfen natürlich auch. Aber je geringer die Dosis ist, umso geringer sind ihre Nebenwirkungen“, hielt der Referent fest. Operationen seien nur selten und erst nach dem Scheitern sämtlicher konservativer Therapiemethoden erforderlich.
Die Erstdiagnose erfolge zumeist durch die Anamnese beim Arzt. Mit Schaubildern zeichnete Rottmann den Weg der auf nüchternen Magen durchgeführten Endoskopie mit Gewebeprobe-Entnahme nach und verwies auf „nur äußerst selten eintretenden Probleme“, ehe er auf die vier in der sogenannten „Los-Angeles-Klassifikation“ festgehaltenen Stadien der Refluxerkrankungen hinwies.
Mit Bildern und Schautafeln sowie präzisen Formulierungen vermochte Rottmann das Thema leicht verständlich aufzubereiten und konnte Betroffenen wertvolle „Hilfe zur Selbsthilfe“ mit auf den Weg geben. In der anschließenden Fragerunde beantwortete er die Anliegen der Besucher, ehe Fritz-Peter Schwarz sich für den informativen Abend mit einem Präsent erkenntlich zeigte. ad
© Fränkische Nachrichten, Donnerstag, 08.11.2018

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